Florian Wahl MdL: „Umweltkriminalität erreicht im Landkreis Böblingen besorgniserregende Ausmaße – 4.000 Tonnen illegal entsorgter Abfall seit 2020 sprechen eine deutliche Sprache“

Die aktuellen Zahlen zur Umweltkriminalität im Landkreis Böblingen zeigen eine deutlich belastende Entwicklung für die Städte und Gemeinden. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 118 Fälle registriert, 17 mehr als im Vorjahr und damit der höchste Stand der vergangenen fünf Jahre. Für Florian Wahl MdL ist diese Entwicklung ein klares Warnsignal: „Die Zahlen zeigen deutlich, dass Umweltkriminalität im Landkreis Böblingen kein Randthema mehr ist. Die Kommunen stehen vor wachsenden Herausforderungen, denen sie sich tagtäglich stellen müssen.“

Besonders auffällig ist der Anstieg beim unerlaubten Umgang mit Abfällen gemäß § 326 StGB. Zwischen 2020 und 2024 stieg die Zahl der erfassten Straftaten im Landkreis Böblingen von 32 auf 54, was einem Zuwachs von nahezu 70 Prozent entspricht. Wahl bewertet diese Entwicklung unmissverständlich: „Ein Anstieg in dieser Größenordnung zeigt, dass hier zunehmend Handlungsdruck entsteht.“ Auch in den Städten des Landkreises spiegelt sich diese Entwicklung wider: In Sindelfingen nahm die Zahl der Straftaten von drei im Jahr 2020 auf acht Straftaten im Jahr 2024 zu, in Böblingen von einer Straftat auf sieben Straftaten zu. Für Wahl macht dies sichtbar, „wie stark unsere Kommunen gefordert sind und wie sehr sich die Aufgaben im Umweltbereich verdichten“.

Auch im bisherigen Jahresverlauf 2025 setzt sich der Trend im Landkreis Böblingen fort. Bereits bis Ende September wurde ein weiterer Anstieg beim unerlaubten Umgang mit Abfällen verzeichnet, während die schweren Gefährdungen durch das Freisetzen von Giften unverändert blieben.

Ein weiteres großes Problem stellt das anhaltend hohe Aufkommen von wild entsorgtem Müll im Kreisgebiet dar. Seit dem Jahr 2020 wurden insgesamt rund 4.000 Tonnen illegal abgelagerter Abfälle eingesammelt. Die jährlichen Mengen erreichten im Jahr 2022 mit 778 Tonnen ihren bisherigen Höchststand. In den Jahren 2020 und 2021 lagen die Werte bei 632 beziehungsweise 665 Tonnen, 2023 bei 677 Tonnen und 2024 erneut hoch bei 744 Tonnen. Bis zum 1. Oktober 2025 wurden bereits über 500 Tonnen registriert. Wahl betont: „Diese Mengen zeigen eindrücklich, welchen Aufwand unsere Städte und Gemeinden leisten müssen. Wilde Müllablagerungen belasten nicht nur die Umwelt, sondern binden auch erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen.“

Auch bei der Wilderei bleibt das Niveau seit Jahren konstant. Zwischen 2020 und 2024 wurden jährlich zwischen fünf und sieben Fälle erfasst, was die langfristige Bedeutung dieses Deliktsfelds unterstreicht.

Zum Abschluss hebt Wahl hervor, dass die Kommunen im Landkreis Böblingen Maßnahmen ergreifen, um den steigenden Herausforderungen zu begegnen. „Einige Städte und Gemeinden setzen inzwischen verstärkt auf Sauberkeitsstreifen, zusätzliche Kontrollgänge oder regelmäßige Aufräumaktionen, doch sie können die Kommunen auf Dauer nicht allein schultern“, so Wahl. „Es ist daher ebenso Aufgabe der Landesregierung, hier stärker zu unterstützen und gemeinsam mit den Kommunen wirkungsvolle Strategien gegen Umweltkriminalität zu entwickeln.“