SPD-Abgeordneter Florian Wahl: „Über 7.200 arbeitende Rentnerinnen und Rentner im Landkreis Böblingen zeigen deutlicher denn je wie sehr Arbeit im Alter zur Realität geworden ist“
Laut Statistik der Deutschen Rentenversicherung arbeiteten im Jahr 2023 im Landkreis Böblingen über 7.200 Seniorinnen und Senioren trotz Rentenbezug weiter. Ihr Anteil an allen rentenversicherungspflichtig Beschäftigten lag bei 4,0 Prozent. Besonders deutlich wird, dass geringfügige Beschäftigungen den größten Anteil ausmachen. Ende 2023 waren 5.020 ältere Menschen in einem Minijob tätig, davon 4.638 mit Bezug einer Rente wegen Alters und 382 mit Bezug einer Erwerbsminderungsrente. Zusätzlich waren 2.359 Seniorinnen und Senioren sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter 1.560 mit Bezug einer Rente wegen Alters und 799 mit Bezug einer Erwerbsminderungsrente.
Auch die durchschnittliche Arbeitszeit unterstreicht den Trend. Seniorinnen und Senioren mit Altersrentenbezug arbeiteten in der Region Stuttgart im Jahr 2024 im Schnitt 16,6 Stunden pro Woche. „Diese Zahlen zeigen deutlich, wie wichtig ältere Beschäftigte für unseren Arbeitsmarkt sind. Viele Menschen möchten auch im Rentenalter aktiv bleiben und ihre Erfahrung einbringen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist dieses Engagement für viele Betriebe eine wertvolle Unterstützung“, so Wahl.
Die Entwicklungen der vergangenen Jahre zeichnen ein klares Bild. Die Zahl der Beschäftigten mit Bezug einer Rente wegen Alters ist im Landkreis Böblingen von 5.465 im Jahr 2018 auf 6.056 im Jahr 2023 gestiegen. Dazu sagt Florian Wahl:
„Viele Menschen fühlen sich heute gesünder und möchten länger arbeiten, das begrüße ich sehr. Gleichzeitig dürfen wir nicht wegsehen, dass steigende Lebenshaltungskosten und zu geringe Renten viele Menschen im hohen Alter unter finanziellen Druck setzen können. Niemand sollte aus finanzieller Not weiterarbeiten müssen.“
Auch der Blick auf die Branchen zeigt eine deutliche Verteilung. Besonders viele ältere Beschäftigte arbeiten im verarbeitenden Gewerbe, im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in den freiberuflichen und technischen Dienstleistungen. Wahl erklärt: „Gerade diese Bereiche sind besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen. Ältere Erwerbstätige bringen hier wertvolle Erfahrung ein und leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Wirtschaftsregion Böblingen.“
Abschließend äußert sich Florian Wahl: „Wir brauchen von der Landesregierung endlich eine echte Doppelstrategie. Zum einen müssen wir Altersarmut entschieden bekämpfen, damit niemand im hohen Alter aus finanzieller Not gezwungen ist, bis ins Grab weiterzuarbeiten. Zum anderen müssen altersgerechte Arbeitsbedingungen viel stärker gefördert werden, damit diejenigen, die arbeiten möchten, dies auch gesund und selbstbestimmt tun können. Nur wenn beides konsequent zusammen gedacht wird, ermöglichen wir älteren Menschen, in Würde zu altern.“